Falscher Zollstellencode × 12 Anmeldungen
Ausgangslage
Ein Exporteur aus der Automobilbranche versandte regelmäßig Kfz-Teile an Empfänger in Nordamerika. Die Waren verließen die EU auf dem Seeweg über Rotterdam - den größten Containerhafen Europas.
Der Zollagent erstellte die Ausfuhranmeldungen im nationalen Ausfuhrsystem. Das Problem bestand darin, dass über einen Zeitraum von 3 Monaten in jeder Anmeldung ein falscher Code der Ausgangszollstelle eingetragen war. Statt des Codes für die zuständige niederländische Ausgangszollstelle enthielten die Anmeldungen einen Code, der auf eine Zollstelle in einem anderen EU-Mitgliedstaat verwies.
In der Folge gingen 12 Ausfuhranmeldungen an eine Zollstelle, in deren Zuständigkeitsbereich die Ware nie aufgetaucht war. Diese Zollstelle konnte den Warenausgang nicht bestätigen, da ihr keinerlei Daten zu diesen Containern vorlagen. Alle 12 MRN blieben offen.
Komplikation
Ein falscher Ausgangszollstellen-Code ist ein schwerwiegendes systemisches Problem. Die Ausfuhrnachricht aus dem nationalen Ausfuhrsystem wird an das Zollsystem des in der Anmeldung angegebenen Landes übermittelt. Bei einem falschen Code landet die Nachricht im System eines Landes, durch das die Ware in Wirklichkeit gar nicht ausgeführt wurde. Die dortige Zollbehörde findet keine Bestätigung in ihrem Hafensystem und kann die MRN nicht schließen.
Gleichzeitig wusste die niederländische Ausgangszollstelle - über deren Zuständigkeitsbereich die Ware tatsächlich ausging - nichts von der Existenz dieser Anmeldungen, da die Nachrichten dort nie eingegangen waren. Die Waren verließen den Hafen normal, jedoch ohne Verknüpfung mit den MRN-Nummern.
Unser Vorgehen
Der Fall erforderte Korrekturen auf Ebene der Zollanmeldungen und anschließend die Registrierung im richtigen Hafensystem. Wir sind wie folgt vorgegangen:
- Audit aller 12 Anmeldungen - wir überprüften jede MRN, bestätigten den tatsächlichen Ausgangshafen (Rotterdam) und stellten fest, dass in allen Fällen derselbe falsche Zollstellencode die Ursache war.
- Koordination der Zollstellencode-Korrektur - in Zusammenarbeit mit dem Zollagenten des Kunden führten wir die Korrekturen der Ausfuhranmeldungen durch und änderten den Code der Ausgangszollstelle auf den korrekten Code der für Rotterdam zuständigen Zollstelle.
- Umleitung der Zollnachrichten - nach der Code-Korrektur wurden die Ausfuhrnachrichten an die zuständige niederländische Zollbehörde übermittelt.
- Registrierung im richtigen Hafensystem - für jeden der 12 Container registrierten wir den Export im niederländischen Hafensystem mit den korrekten Transportdaten.
- Prüfung eines Sonderfalls - bei der Analyse stellte sich heraus, dass einer der 12 Container die EU nie verlassen hatte. Die Ware war nach Polen zurückgekehrt (sog. Diversion). In diesem Fall war eine MRN-Schließung nicht möglich - die Ausfuhranmeldung musste für ungültig erklärt werden.
Ergebnis
11 von 12 MRN wurden geschlossen, nachdem die Ausgangszollstellen-Codes korrigiert und der Export im richtigen Hafensystem registriert worden war. Der Kunde erhielt den Ausgangsvermerk für alle 11 Container, die tatsächlich die EU verlassen hatten.
Die zwölfte MRN wurde für ungültig erklärt, da sich bei der Analyse herausstellte, dass die Ware nach Deutschland zurückgekehrt war (Diversion - die Ware hat das Zollgebiet der EU nicht verlassen). In diesem Fall stellte der Zollagent des Kunden einen Antrag auf Ungültigerklärung der Ausfuhranmeldung, und das Unternehmen korrigierte die Umsatzsteuererklärung für diese Transaktion.
Anmeldungen mit falschem Code: 12
MRN geschlossen: 11
MRN ungültig (Diversion): 1
Bearbeitungszeit: 7 Werktage
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